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23. August
Sarah Lüscher

Bereit für eine verantwortungsvolle Aufgabe

Wie bringe ich Abwechslung ins Training? Welches sind meine Rechte und Pflichten als Trainerin/Trainer? Oder wie reagiere ich auf Kinder, die stören? Auf solche und weitere Fragen werden (zukünftige) Jugendtrainerinnen und -trainer im Modul SLRG Jugendtrainer vorbereitet.

Die Jugendverantwortliche meiner SLRG-Sektion Bülach machte mich auf das Modul SLRG Jugendtrainer aufmerksam. Ohne zu zögern meldete ich mich an. Der Kurs fand an zwei Wochenenden im Campus Sursee statt. Der erste Kursblock war eine Woche vor Weihnachten – fast wie ein vorzeitiges Geschenk.

Erster Kursblock im Winter

Aus der ganzen Deutschschweiz reisten die 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 12 SLRG-Sektionen nach Sursee. Einige Gesichter kannte ich schon, viele waren neu. Rasch kamen wir ins Gespräch und verstanden uns auf Anhieb. Denn mindestens zwei Dinge verbinden uns: ein Interesse fürs Rettungsschwimmen und die Weitergabe unseres Wissens. Schon kurz nach der Vorstellungsrunde sprangen wir das erste Mal ins Wasser. Da wir im Modul SLRG Jugendtrainer auch die Zulassungsprüfung zum Jugend & Sport-Leiterkurs für Schwimmtraining absolvieren werden, machten wir eine kurze Standortbestimmung. Sind wir schon auf dem guten Weg oder müssen wir noch einiges lernen?

Neben der Praxis ist auch die Theorie wichtig. Deshalb besprachen wir, was ein gutes Training ausmacht und wie man sich sorgfältig darauf vorbereitet. Denn, Vorbereitung ist die halbe Miete. Wer sich sicher fühlt, tritt automatisch verantwortungsvoller auf. Als Trainer oder Trainerin hat man eine Vorbildfunktion für die anvertrauten Kinder. Um uns dieser Rolle bewusst zu werden, haben wir in einem Präventionsworkshop zu Cool & Clean von Swiss Olympic einen Postenlauf gemacht. Eine Aufgabe war Treppensteigen – nur durch einen Strohhalm im Mund atmend. So würde es sich anfühlen, wenn man viel rauchen würde. Diese und weitere unterhaltsame und lehrreiche Übungen können wir ins Training einbauen, wenn uns für einmal kein Wasser zur Verfügung stehen sollte.

Am nächsten Morgen planten wir in Gruppen ein Training zu einem bestimmten Thema. Meine Gruppe wählte Kraulbeinschlag. Anschliessend spielten wir die Trainings der anderen durch. Ehrlich meldeten wir zurück, was wir gut fanden und wo das Training noch verbessert werden könnte. Für den zweiten Kursblock erhielten wir Hausaufgaben. Wir sollten in unserer Sektion ein Training beobachten und selbst bei möglichst vielen Trainings mithelfen, diese zu leiten.

Zweiter Kursblock im Frühling

frühlingVorfreudig reisten wir wieder nach Sursee. Wir starteten mit einer Gruppenarbeit. Gegenseitig erzählten wir uns von unseren Erfahrungen und Erlebnissen während der Zeit seit dem ersten Kursblock. Wie gehen wir mit Kindern um, die nicht zuhören, die andere stören und uns Trainerinnen und Trainer mit Fragen löchern? Auch dieses wichtige Thema war Teil des Kurswochenendes. Unser neues Wissen wendeten wir sofort an. Im Schwimmbad spielten wir Trainings nach. Zwei Personen aus der Gruppe schlüpften in die Rolle von «Problemkindern» und störten das Training. Die anderen Teilnehmenden achteten darauf, wie der Trainer / die Trainerin mit der Situation umging, und machten Vorschläge, was besser gemacht werden könnte. Anschliessend lernten wir, wie wir Schwimmübungen mit einfachen Methoden so ändern können, dass sie Abwechslung bringen und an unsere Jugendgruppen angepasst werden können.

Ziel des Moduls Jugendtrainer ist auch, die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG und das Schweizerische Rote Kreuz besser kennenzulernen. Wir spielten ein Spiel, bei dem möglichst viele SLRG-Sektionen aufgezählt werden mussten. Leider war niemand aus der Westschweiz anwesend, weshalb wir einige Sektionen vergessen haben. Anschliessend stellte uns ein Mitarbeiter das Schweizerische Rote Kreuz vor.

Dann kam die Stunde der Wahrheit. Die Zulassungsprüfung stand an. Die Nervosität war aber umsonst, denn alle bestanden die Prüfung.

Mit vielen neuen Inputs fürs Training und der Bestätigung für die bestandene Zulassungsprüfung in den Händen verliessen wir Sursee. Ich freue mich, mein neues Wissen anzuwenden und so tolle Trainings zu leiten. Der gemütliche Abend am Lagerfeuer, auf dem wir Schoggi-Bananen grillten, bleibt mir ebenfalls in Erinnerung. Auch habe ich neue Freundschaften aus der SLRG-Welt gefunden und freue mich, sie an einem der kommenden SLRG-Anlässe wieder aufzufrischen.

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Quelle:
Ready for Red Cross - #2/2018