News

1. Juli 2016

Wasserwalzen sind Todesfallen

Vergangenen Freitag und diesen Montag sind zwei junge Männer in der Emme ertrunken. Beide Opfer sind in Schwellen respektive Wasserwalzen ums Leben gekommen. Die Schweizerische Lebensrettung-Gesellschaft SLRG warnt ausdrücklich vor Schwellen und den damit zusammenhängenden Wasserwalzen.

Schwellen sind eine ausserordentliche Gefahrenstelle an Flüssen. Darüber berichtete die SLRG bereits in ihrem letzten Bulletin im Mai. Bedauerlicherweise wurde diese Erkenntnis innert kurzer Folge durch zwei Ertrinkungsopfer an der Emme in Lützelflüh BE und Derendingen SO unterstrichen. Schwellen bilden Weisswasser und Wasserwalzen. Unterhalb einer Wasserwalze besteht ein starker Rückfluss (Widerwasser), der eine Person in die Wasserwalze ziehen kann. Diese Kombination ist tödlich, da eine betroffene Person sich nicht mehr selber aus dieser Lage befreien kann. Zusätzlich führen die Schweizer Flüsse zur Zeit mehr Wasser wie üblich, was für normale Schwimmer schon zur echten Herausforderung wird – Darum sollte man sich überlegen, ob man zur Zeit den Badespass nicht in der überwachten Badeanlage suchen will.

Die Wasserwalze – wie funktioniert sie?
Oft wird die Kraft und Unberechenbarkeit des Wassers in Flüssen massiv unterschätzt. Gefährlich sind Strudel und Strömungen sowie Felsen und Wiffen (Schifffahrtszeichen) mitten im Fluss. Stufen, Verbauungen, Schwellen, natürliche Wasserfälle sind gefährliche Hindernisse, erkennbar am schäumenden Weisswasser nach dem Fall. Das Weisswasser ist dermassen mit Luft angereichert, dass es nicht mehr trägt und nicht schwimmbar ist. Die dabei entstehende, rotierende Wasserwalze (siehe Grafik) und tiefe Unterspülungen können zur tödlichen Gefahr werden aus der man sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien kann. Es ist unvermeidlich, vor einer Flussfahrt oder einem Schwumm die Schwimm- bzw. Bootsstrecke zu besichtigen und die Ausstiegsstellen zu merken, um diese tödlichen Hindernisse zu umgehen.

Respekt vor dem Wasser sowie SLRG Bade- und Flussregeln beachten
Die SLRG stellt fest, dass das Bewusstsein für Gefahren ausgehend vom Wasser fehlt. Darum wurde auch die Baderegelkampagne "Mit Sicherheit mehr Wasserspass" auf Onlinekanälen wie Facebook und unter dem gleichnamigen Titel auf der SLRG-Homepage ins Leben gerufen. Mit nützlichen Tipps soll die Notwendigkeit der Baderegeln aufgezeigt werden und für den richtigen Umgang mit dem Wasser geworben werden - ein weiteres wichtiges Schlüsselelement für einen Aufenthalt am Wasser, der von Spass und Freude geprägt ist.

Beim Flussschwimmen empfiehlt die SLRG zudem eine Schwimmweste zu tragen sowie beim Schwimmen längerer Strecken in Seen nie alleine zu schwimmen und eine Baywatchboje oder ähnliches Auftriebsmittel mitzuführen. In der Prävention von Unfällen mit Kinderbeteiligung ist die Befolgung der ersten Baderegel „Kinder nur begleitet ans Wasser lassen – kleine Kinder in Griffnähe beaufsichtigen!“ unabdingbar – die Kleinsten unter uns können bereits bei geringer Wassertiefe in weniger als 20 Sekunden ertrinken, was in den meisten Fällen lautlos geschieht.

Weitere Informationen finden Sie auf www.slrg.ch oder unter www.baderegeln.ch.

Für weitere Auskunft:
Philipp Binaghi
Leiter Kommunikation & Marketing SLRG
078 789 98 83